Vom Sommer in den Herbst: So passt du die Pflege deiner Zimmerpflanzen an

Vom Sommer in den Herbst: So passt du die Pflege deiner Zimmerpflanzen an

Der Sommer neigt sich langsam dem Ende zu. Vielleicht sitzt du an einem sonnigen Septembertag noch gemütlich draußen, aber deine Zimmerpflanzen haben längst gemerkt, dass sich etwas verändert. Die Tage werden kürzer, es kommt weniger Licht ins Haus und dadurch schalten viele Pflanzen beim Wachstum langsam einen Gang zurück.

Kein Grund zur Panik, aber ein ziemlich guter Moment, deine Pflanzenroutine mal wieder genauer unter die Lupe zu nehmen.

1. Gieß nicht einfach weiter, als wäre noch Juli

An warmen, sonnigen Sommertagen kann eine Pflanze ganz schön durstig sein. Sobald die Tage kürzer und kühler werden, ändert sich das. Viele Zimmerpflanzen wachsen langsamer und brauchen dadurch auch weniger Wasser. Blumenerde, die im Juli vielleicht schon nach ein paar Tagen trocken war, kann im September plötzlich deutlich länger feucht bleiben.

Bleib also nicht blind bei deinem alten Gießrhythmus. Fühl zuerst, ob die Erde wirklich schon abgetrocknet ist, bevor du zur Gießkanne greifst.

Aber die Oberfläche meiner Blumenerde ist doch trocken?

Das sagt leider nicht immer alles. Vor allem bei größeren Pflanzen und Töpfen kann die oberste Schicht trocken sein, während es weiter unten im Topf noch ziemlich feucht ist.

Steck deshalb deinen Finger etwas tiefer in die Erde oder nutze einen Wassermesser, der die Feuchtigkeit weiter unten im Topf prüft. So verhinderst du, dass du nur wegen einer trockenen Oberfläche direkt wieder nachgießt.

2. Schau noch einmal kritisch auf den Standort

Deine Pflanze steht noch genau da, wo sie im Juli stand. Das heißt aber nicht, dass sie dort noch genauso viel Licht bekommt.

Richtung Herbst werden die Tage kürzer und ein Platz weiter weg vom Fenster kann plötzlich deutlich dunkler werden. Vor allem lichtliebende Pflanzen fühlen sich am selben Standort dann langsam immer weniger wohl.

Schau dich also mal um: Stehen alle noch gemütlich, oder darf der eine oder andere grüne Mitbewohner ein Stück näher ans Fenster rücken?

Extra-Tipp: Putz bei der Gelegenheit gleich mal deine Fenster. Jep, sorry. Wenn schon weniger Tageslicht da ist, hilft es immerhin, wenn möglichst viel davon tatsächlich ins Haus kommt.

3. Fahr mit dem Pflanzendünger langsam runter

September bedeutet nicht, dass du sofort mit dem Düngen aufhören musst. Solange deine Pflanze noch aktiv wächst, kannst du ihr oft weiterhin ganz normal Dünger geben.

Allerdings gilt: Weniger Wachstum bedeutet auch weniger Bedarf an zusätzlichen Nährstoffen. Gib also nicht extra noch eine doppelte Portion als „Wintervorrat“. So funktioniert das leider nicht, und zu viele Nährstoffe im Boden können deinem grünen Mitbewohner sogar schaden.

Sobald das Wachstum deutlich nachlässt, kannst du die Düngermenge langsam reduzieren. Ab Ende Oktober brauchst du in der Regel gar nicht mehr zu düngen.

4. Topf jetzt nicht noch schnell alles um

September kann ein guter Monat zum Umtopfen sein. Wenn es aber nicht dringend nötig ist, wartest du besser bis zum Frühjahr.

Beim Umtopfen bekommen die Wurzeln nämlich oft einen kleinen Dämpfer. Danach braucht die Pflanze Energie, um sich davon zu erholen. Und genau diese Energie wird mit den kürzer werdenden Tagen langsam knapper.

Braucht deine Pflanze ganz offensichtlich einen größeren Topf? Zum Beispiel weil jede Menge Wurzeln aus dem Topf wachsen oder der Wurzelballen fast nur noch aus Wurzeln besteht? Dann kannst du natürlich eingreifen.

Wenn nicht, ist Nichtstun hier tatsächlich das beste Rezept.

5. Ein gelbes Blatt ist noch keine Pflanzenkrise

Du läufst an deiner Pflanze vorbei. GELBES BLATT.

Alarmstufe eins. Gießkanne holen? Google öffnen? Mama anrufen?

Kannst du machen, bringt aber meistens nicht viel.

Blätter leben nun mal nicht ewig. Eine Pflanze kann ab und zu ein älteres Blatt gelb werden lassen und abwerfen und dabei trotzdem kerngesund sein. Gerade wenn es sich um eines der älteren, unteren Blätter handelt, muss also überhaupt nichts los sein.

Nach einem heißen Sommer ist es auch nicht unbedingt schlimm, wenn ein paar schwächere Blätter abfallen. So kann die Pflanze ihre Energie wieder in gesundes neues Wachstum stecken.

Werden plötzlich mehrere Blätter gelb, bleibt die Erde sehr lange nass oder geht es der ganzen Pflanze sichtbar schlechter? Dann ist es natürlich Zeit, etwas genauer hinzuschauen.

Kurz gesagt: Schau dir erst das Gesamtbild an, bevor du in den Pflanzen-Panikmodus wechselst.

Zeit für einen schnellen Pflanzen-TÜV

Alles in allem ist der September also ein ziemlich guter Moment für einen kleinen Pflanzen-Check. Dauert nur ein paar Minuten und danach weißt du direkt, wie deine grünen Mitbewohner so dastehen:

  • Fühl, wie feucht die Blumenerde noch ist.
  • Check, ob jede Pflanze noch genug Licht bekommt.
  • Schau unter die Blätter, ob sich dort kleine Mitbewohner breitgemacht haben.
  • Entferne komplett abgestorbene Blätter.
  • Kontrolliere, ob sich unten im Übertopf Wasser gesammelt hat.
  • Wisch große, staubige Blätter mit einem feuchten Tuch ab.
  • Schau, ob deine Pflanze noch aktiv wächst, bevor du weiter düngst.

Schau auf deine Pflanze, nicht auf den Kalender

Du musst deine Pflanzen am 1. September natürlich nicht plötzlich in den Wintermodus versetzen. Der Übergang in den Herbst passiert langsam und deine Pflege darf sich genauso entspannt mitverändern.

Die wichtigste Regel? Weniger Licht bedeutet für viele Pflanzen weniger Wachstum und dadurch meistens auch weniger Wasser und Dünger.

Also: ein bisschen weniger Autopilot und dafür etwas öfter deine Pflanze selbst anschauen. Die zeigt dir meistens ziemlich gut, was sie gerade braucht.

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