Hydroponische Pflanzen


Hydropo- was...? Hydroponik, ja. Das ist eigentlich ein schönes, schickes Wort für Pflanzen, die im Wasser wachsen. Hydroponische Pflanzen sind die lässigen Minimalisten unter den Zimmerpflanzen: keine Erde, weniger Dreck und freie Sicht auf die Wurzeln. Statt im Topf mit Substrat stehen sie mit ihren Wurzeln direkt im Wasser und zeigen dabei ganz entspannt, was sonst normalerweise unter der Erde verborgen bleibt.

  • Indirektes Sonnenlicht
  • Braucht alle 2 Wochen frisches Wasser
  • Nicht nötig
  • Kein Dünger nötig
  • Giftig für Haustiere & Kinder

Über Hydroponik

Ursprung

Hydroponische Pflanzen sind keine eigene Pflanzenfamilie, sondern Pflanzen, die auf eine bestimmte Art gehalten werden: nämlich mit ihren Wurzeln im Wasser statt in Erde. Viele Zimmerpflanzen können sich daran gewöhnen, solange ihre Wurzeln genug Sauerstoff bekommen und das Wasser regelmäßig erneuert wird.

Die Idee, Pflanzen ohne Erde wachsen zu lassen, ist gar nicht so neu. Pflanzen brauchen nämlich nicht unbedingt Erde, sondern vor allem Wasser, Sauerstoff, Licht und Nährstoffe. Erfunden schon 600 vor Christus – Schon mal von den hängenden Gärten von Babylon gehört? Die haben den Start gemacht vom Trend der Pflanzen, die im Wasser schwimmen.

Luftreinigung

Diese Pflanzen haben luftreinigende Eigenschaften. Schadstoffe wie Benzol und Formaldehyd und andere Feinstaubpartikel, die zum Beispiel aus dem Sofa oder dem Teppich kommen, werden von den Wurzeln dieser Pflanze in sauberen Sauerstoff umgewandelt. Um diesen Effekt zu erzielen, braucht man allerdings eine riesige Menge luftreinigender Pflanzen.

Giftigkeit

Ob eine hydroponische Pflanze giftig ist, hängt von der jeweiligen Pflanzenart ab. Klassiker wie Monstera, Philodendron oder Dieffenbachia können zum Beispiel auch als Hydropflanze giftig für Haustiere und Kinder sein. Möchtest du wissen, ob dein grüner Freund giftig für die Katze (von den Nachbarn) oder für Kinder ist? Suche nach der Pflanze, die du für dein hydroponisches DIY-Projekt verwendest.

Deine hydroponische Pflanze pflegen

Gießen

Bei hydroponischen Pflanzen ersetzt das Wasser die Erde, deshalb sollte es regelmäßig gewechselt werden. Wechsle das Wasser etwa alle ein bis zwei Wochen oder sobald es trüb wird. Die Wurzeln sollten gut im Wasser stehen, aber nicht komplett in einer muffigen Suppe verschwinden. Spüle das Gefäß bei jedem Wasserwechsel kurz aus, damit sich keine Algen, Ablagerungen oder unangenehme Gerüche bilden.

Achte darauf, dass nur die Wurzeln im Wasser sind und nicht der Stamm oder die Blätter deines Amigos. Diese Amigos können zwar echte Wasserratten sein, aber sie haben kein Schwimmabzeichen. Wenn der Stamm längere Zeit im Wasser steht, verrottet er.

Ein kleiner Tipp: Verwende am besten zimmerwarmes Wasser. Eiskaltes Baden mögen die meisten Zimmerpflanzen nämlich genauso wenig wie wir an einem Montagmorgen.

Licht und Standplatz

Hydroponische Pflanzen mögen meistens einen hellen Standort ohne pralle Mittagssonne. Da die genaue Lichtvorliebe von der jeweiligen Pflanzenart abhängt, lohnt sich ein Blick auf ihre normalen Pflegebedürfnisse. Viele beliebte Hydropflanzen fühlen sich an einem hellen Fensterplatz mit indirektem Licht sehr wohl. Zu viel direkte Sonne kann außerdem das Algenwachstum im Glas fördern. Denn ja, auch Algen lieben sonnige Plätze.

Nährstoffe

Diese Hipster brauchen keinen zusätzlichen Dünger. Sie erhalten alle ihre Nährstoffe aus Wasser. Cool, oder? Wenn du sie doch etwas verwöhnen willst, verwende am besten speziellen Hydrodünger oder einen sehr schwach dosierten Flüssigdünger. Weniger ist hier mehr, denn zu viel Dünger kann die Wurzeln stressen. In der Wachstumszeit von Frühling bis Sommer reicht meist eine kleine Portion alle paar Wochen. Im Herbst und Winter solltest du auf zusätzliche Nährstoffe verzichten.

Umtopfen

Richtiges Umtopfen gibt es bei Hydropflanzen nicht ganz so wie bei Pflanzen in Erde. Trotzdem kann es sein, dass deine Pflanze irgendwann ein größeres Glas oder Gefäß braucht, wenn die Wurzeln sehr lang oder dicht werden. Achte darauf, dass die Wurzeln genug Platz haben und nicht dauerhaft gequetscht werden. Reinige das Gefäß regelmäßig, damit das Wasser klar bleibt und sich keine grüne Algenparty an den Wänden bildet.

Scheiden und Blühen

Schneiden hängt bei hydroponischen Pflanzen stark von der jeweiligen Pflanzenart ab. Gelbe, beschädigte oder matschige Blätter kannst du vorsichtig entfernen. Auch abgestorbene oder faulige Wurzelteile solltest du mit einer sauberen Schere abschneiden. Blühen können manche Hydropflanzen ebenfalls, aber das hängt vor allem von Art, Licht und allgemeiner Pflege ab. Die Wasserhaltung allein ist also kein Blüten-Zaubertrick, aber sie steht dem großen Auftritt auch nicht unbedingt im Weg.

Hilfe für deine hydroponische Pflanze

Krankheiten
Die häufigsten Probleme bei hydroponischen Pflanzen entstehen durch trübes Wasser, zu wenig Sauerstoff an den Wurzeln, zu viel Dünger oder einen falschen Standort. Riecht das Wasser unangenehm oder werden Wurzeln braun und matschig, solltest du das Wasser sofort wechseln, das Gefäß reinigen und beschädigte Wurzeln entfernen. Algen im Glas sind meist nicht direkt gefährlich, sehen aber schnell ungepflegt aus. Ein hellerer Standort ist gut für die Pflanze, zu viel direkte Sonne im Glas ist aber oft ein Booster für Algenwachstum.
Warum werden die Wurzeln meiner Hydropflanze braun?
Braune Wurzeln können normal sein, wenn sie fest und gesund wirken. Werden sie aber matschig, weich oder riechen unangenehm, kann das auf Fäulnis hindeuten. Wechsle das Wasser, reinige das Gefäß und entferne betroffene Wurzelteile vorsichtig mit einer sauberen Schere.
Warum wird das Wasser trüb?
Trübes Wasser entsteht oft durch abgestorbene Pflanzenteile, Algen, zu viel Dünger oder zu seltene Wasserwechsel. Wechsle das Wasser regelmäßig und spüle das Gefäß gut aus. Entferne außerdem welke Blätter oder faulige Wurzelstücke, damit deine Pflanze nicht in ihrer eigenen Pflanzensuppe schwimmt.
Warum bekommt meine hydroponische Pflanze gelbe Blätter?
Gelbe Blätter können verschiedene Ursachen haben: zu wenig Licht, zu viel direkte Sonne, Nährstoffmangel, zu viel Dünger oder Stress durch den Wechsel von Erde zu Wasser. Prüfe zuerst Standort, Wasserqualität und Wurzeln. Einzelne gelbe Blätter sind kein Weltuntergang, viele auf einmal sind ein Zeichen, dass deine Pflanze unzufrieden ist und deine Hilfe braucht.